Kursdetails
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Präsenz: Weiterbildung Konfliktklärung im Gemeinwesen – Ausbildung zur Kreisbegleitung in Restorative Circles

Hier sind noch Plätze frei

Konflikte gehören zum Zusammenleben – in Nachbarschaften, sozialen Einrichtungen, Kirchengemeinden, Bildungsräumen, Teams und lokalen Netzwerken. Häufig werden sie zu spät angesprochen, zu schnell bewertet oder an einzelne Verantwortliche delegiert. Gerade soziale Räume brauchen deshalb tragfähige Formen der Verständigung, in denen Menschen einander zuhören, Verantwortung übernehmen und gemeinsame nächste Schritte entwickeln können.
Restorative Circles sind ein gemeinschaftsbasierter Ansatz der Konfliktklärung. Sie entstanden seit Mitte der 1990er Jahre im Umfeld der Favelas von Rio de Janeiro, insbesondere durch die Arbeit von Dominic Barter mit Bewohner vor Ort. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Konflikte nicht nur vermieden, verwaltet oder sanktioniert, sondern gemeinsam bearbeitet werden können.
In einem Restorative Circle kommen Menschen zusammen, die von einem Konflikt betroffen sind: diejenigen, die gehandelt haben, diejenigen, die Auswirkungen erlebt haben, und weitere Personen aus dem Umfeld, die für die Klärung wichtig sind. Der Kreis schafft einen strukturierten Raum für Verstehen, Beziehung, Verantwortung und mögliche Wiedergutmachung.
Die Weiterbildung qualifiziert Menschen aus Gemeinwesenarbeit, sozialen Einrichtungen, Bildung, Kirche, Beratung, Ehrenamt und zivilgesellschaftlichen Projekten dazu, Verständigungskreise auf Basis von Restorative Circles vorzubereiten, zu begleiten und in ihre Praxisfelder zu übertragen.

Die Ausbildung umfasst vier Module à zwei Tage. Zwischen den Modulen gibt es Raum für Reflexion, Erprobung und kollegiale Praxis. Ziel ist es, eine sichere Grundlage für die Begleitung einfacher Verständigungskreise zu entwickeln und restorative Praktiken achtsam, kontextsensibel und verantwortungsvoll einzusetzen.

Ziele der Weiterbildung

Die Teilnehmenden lernen,

  • restorative Praktiken und Restorative Circles in ihrer Grundidee zu verstehen
  • Konflikte als Beziehungsgeschehen im sozialen Raum wahrzunehmen
  • Verständigungsprozesse vorzubereiten und zu begleiten
  • ihre Rolle als Kreisbegleitung klar einzunehmen
  • Vorbereitungsgespräche zu führen und Beteiligte einzuladen
  • Kreise so zu strukturieren, dass Verstehen, Verbindung und Verantwortung möglich werden
  • mit starken Emotionen, Machtunterschieden und Gruppendynamiken sensibel umzugehen
  • restorative Elemente in eigenen Praxisfeldern einzusetzen


Modulübersicht

Modul 1: Einführung in restorative Praktiken und Verständigungskreise, 09. - 10.11.2026

Die Teilnehmenden lernen Entstehung, Haltung und Grundlogik der Restorative Circles kennen. Sie reflektieren, wie Konflikte in sozialen Räumen entstehen, eskalieren und bearbeitbar werden – und worin sich Restorative Circles von klassischer Konfliktvermittlung, Schlichtung und Beratung unterscheiden.

Modul 2: Haltung und Rolle der Kreisbegleitung, 12. - 13.01.2027

Kreisbegleitung bedeutet nicht, Lösungen vorzugeben, sondern einen ausreichend sicheren Raum für Verständigung zu halten. Die Teilnehmenden reflektieren ihre eigene Konfliktbiografie, typische Reaktionsmuster und den Umgang mit Präsenz, Allparteilichkeit, Klarheit, Selbstregulation, Machtverhältnissen und starken Emotionen.

Modul 3: Prozessgestaltung und praktische Begleitung, 01. - 02.03.2027

Im Mittelpunkt steht der konkrete Ablauf eines Verständigungskreises: Vorbereitung, Vorgespräche, Einladung, Rahmung, Eröffnung, Begleitung und Abschluss. An Beispielen aus Gemeinwesen, sozialen Einrichtungen und Nachbarschaftskontexten üben die Teilnehmenden zentrale Prozessschritte und Interventionen.

Modul 4: Restorative Systeme im Gemeinwesen, Transfer und Praxisintegration, 06. - 07.04.2027

Die Teilnehmenden entwickeln konkrete Transferideen für ihre Einrichtungen, Initiativen, Teams oder Gemeinwesenräume. Sie reflektieren Möglichkeiten und Grenzen der Umsetzung und klären erste Schritte für eine restorative Konfliktkultur im eigenen Kontext.

Jeweils am 1. Tag von 10:00 - 17:00 Uhr und am 2. Tag von 09:00 - 16:00 Uhr

Zielgruppe
Die Weiterbildung richtet sich an Menschen aus sozialen Einrichtungen, Gemeinwesen- und Quartiersarbeit, kirchlichen und diakonischen Kontexten, Bildungsarbeit, Jugendhilfe, Beratung, Ehrenamt, zivilgesellschaftlichen Initiativen, Nachbarschaftsarbeit und Beteiligungsprozessen.

Teilnahmebeitrag
790,00 € inkl. Mittagsimbiss

Sollten bei Ihnen Nahrungsmittelunverträglichkeiten oder Allergien vorliegen oder Sie sonstige Unterstützungsbedarfe für Ihre Teilnahme benötigen, teilen Sie uns dies bitte nach Eingang Ihrer Anmeldebestätigung per E-Mail mit.


Gefördert mit Mitteln der Hermann Schlegel-Stiftung

Kursort


Heinrichstraße 173, 64287 Darmstadt

Kurstermine 8

Übersicht über alle Kurstermine (8) mit Datum und Ort
Nummer Datum Ort
1 Montag  •  09.11.2026  •  10:00 - 17:00 Uhr Zentrum Bildung und Gesellschaft der EKHN, Darmstadt
2 Dienstag  •  10.11.2026  •  09:00 - 16:00 Uhr Zentrum Bildung und Gesellschaft der EKHN, Darmstadt
3 Dienstag  •  12.01.2027  •  10:00 - 17:00 Uhr Zentrum Bildung und Gesellschaft der EKHN, Darmstadt
4 Mittwoch  •  13.01.2027  •  09:00 - 16:00 Uhr Zentrum Bildung und Gesellschaft der EKHN, Darmstadt
5 Montag  •  01.03.2027  •  10:00 - 17:00 Uhr Zentrum Bildung und Gesellschaft der EKHN, Darmstadt
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