Ausgerechnet eine extreme Hitzewelle prägte das dritte Schöpfungsfest der Eine-Welt-Gruppen aus dem Rhein-Main-Gebiet in der „Kirche im Grünen“ in Frankfurt-Höchst. Die hohen Temperaturen machten eindrucksvoll sichtbar, worum es bei der Veranstaltung ging: den Schutz der Schöpfung und die Verantwortung von Kirche und Gesellschaft im Kampf gegen die Klimakrise mit ihren schon heute katastrophalen Auswirkungen auf vielen Menschen in der Welt. Im Mittelpunkt standen die Klimaschutzstrategien des Bistums Limburg und der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN), die beide das ambitionierte Ziel verfolgen, bis zum Jahr 2045 klimaneutral zu werden. Für das Bistum Limburg stellte Dr. Dr. Oswald Bellinger das neue Klimaschutzkonzept vor, das 2025 von der Klimaschutzmanagerin des Bistums erarbeitet wurde. Das 165 Seiten umfassende Konzept beschreibt Maßnahmen insbesondere in den Bereichen Gebäude, Mobilität und nachhaltige Beschaffung. Ergänzend wurden bereits zwei Förderinstrumente eingerichtet: die Klimaneutralitätsrücklage mit fünf Millionen Euro sowie ein Nachhaltigkeitsfonds mit einer Million Euro. Mit diesen Mitteln konnten bereits mehr als 50 Klimaschutzprojekte mit einem Gesamtvolumen von über 170.000 Euro unterstützt werden.
Kathrin Saudhof vom Zentrum Bildung und Gesellschaft der EKHN erläuterte die Klimaschutzziele der Landeskirche. Diese wurden 2025 erstmals in einem Klimaschutzgesetz verbindlich für alle Einrichtungen der EKHN festgeschrieben. Zur Umsetzung stellt die Landeskirche bis 2031 insgesamt 35,3 Millionen Euro bereit und hat in sieben Dekanaten regionale Beratungsstellen geschaffen, die die Kirchengemeinden bei der Planung und Umsetzung von Klimaschutzmaßnahmen begleiten.
Die Teilnehmenden waren sich einig, dass die ambitionierten Klimaziele der Kirchen nur dann erreicht werden können, wenn sie konsequent umgesetzt und von den Gemeinden sowie der Zivilgesellschaft aktiv eingefordert werden. „Die Bewahrung der Schöpfung gehört zum Kern christlicher Verpflichtung“, lautete der gemeinsame Tenor. In einer Zeit, in der Klimaschutz zunehmend in den Hintergrund gerate, seien die Kirchen mehr denn je gefragt, ihrer gesellschaftlichen Verantwortung gerecht zu werden und glaubwürdig voranzugehen.
