„Was passiert eigentlich, wenn ich die 112 wähle?“ – ein ganz konkretes Bild davon konnten sich die 15 Teilnehmenden beim Besuch der Leitstelle des Landkreises Darmstadt-Dieburg in Dieburg machen, den das Zentrum Bildung und Gesellschaft der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) und das Evangelische Dekanat Vorderer Odenwald organisiert hatten. Rund 18.000 Notrufe im Monat bearbeitet die Leitstelle und muss bei jedem dieser Anrufe die richtigen Antworten auf die Fragen finden: „Wo wird welche Hilfe gebraucht?“, „Wer kann die Aufgabe übernehmen und wie kommen die Helfer*innen an den Einsatzort?", "Wo können Verletzte weiterversorgt werden?" – eine komplexe Organisationsaufgabe, bei der durchaus schonmal fünf Bildschirme gleichzeitig nötig sind. Mindestens genau so wichtig ist die Fähigkeit, Lösungen zu finden, wenn Plan A und B mal nicht funktionieren. Dafür kann die Leitstelle zum Glück auf die gute Zusammenarbeit mit zahlreichen Organisationen wie Polizei, Krankenhäuser, Rettungsdiensten, Netzbetreibern oder auch die Leitstellen anderer Landkreise bauen.
Neben der Bearbeitung von Notrufen übernimmt die Leitstelle die Warnung der Bevölkerung bei Unwettern oder im Katastrophenfall. Dabei wurde deutlich, dass es zwar viele verschiedene Warnwege gibt - App, Cell-Broadcast oder Warnsirene - die Eigenverantwortung der Bevölkerung damit aber nie ersetzt werden kann. Denn Warnsignale müssen auch verstanden und beachtet und entsprechende Warn-Apps installiert werden. Nicht zuletzt trägt auch die Politik eine Verantwortung dafür, dass die Leitstelle und die Rettungsdienste ausreichend finanziert werden – eine Herausforderung, insbesondere angesichts der angespannten öffentlichen Haushalte.
Das Zentrum Bildung und Gesellschaft der EKHN organisiert die Betriebsbesuche in den verschiedensten Unternehmen des Kirchengebiets, die seit 2011 unter dem Label „Wir machen Türen auf“ stattfinden. Ziel ist es, gesellschaftlich relevante Themen mit betriebswirtschaftlichen Realitäten zu verknüpfen. 2026 steht das Thema Sicherheit im Zentrum.
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