Machtkritische Perspektiven in der Bildungsarbeit
Angebote zur differenzsensiblen Professionalisierung für Multiplikator*innen
Unsere Bildungsangebote richten sich an Menschen, die in Bildungs- und Beratungskontexten Verantwortung tragen. Ziel ist es, eine machtkritische Haltung zu fördern und gemeinsam an einem diskriminierungssensiblen, reflexiven und solidarischen Miteinander zu arbeiten.
- Zentrale Lern- und ReflexionsbereicheIntersektionalität verstehen: Wir befassen uns mit der Verwobenheit sozialer Differenzlinien (z. B. Geschlecht, Herkunft, Klasse, Behinderung, Religion, sexuelle Orientierung) und analysieren, wie sich Machtverhältnisse auf unterschiedlichen Ebenen manifestieren.
- Vorurteile und Privilegien reflektieren: Die Auseinandersetzung mit eigenen Vorurteilen sowie das Erkennen und Reflektieren eigener Privilegien bilden eine wichtige Grundlage für einen bewussten Umgang mit Macht und Verantwortung.
- Eigene Verstrickungen erkennen: Durch gezielte Selbstreflexion setzen wir uns mit unserer Positionierung im gesellschaftlichen Machtgefüge auseinander.
- Urteilsvermögen schärfen: Es geht darum, differenzsensibel zu urteilen und sich der Komplexität gesellschaftlicher Ungleichheiten bewusst zu werden – auch im pädagogischen Handeln.
- Diskriminierungssensible Sprache einüben: Sprache ist nicht neutral. Wir lernen, eine achtsame, empowernde und diskriminierungskritische Sprache im Bildungsalltag zu verwenden.
- Mit Macht verantwortlich umgehen – im Sinne Hannah Arendts: Macht wird nicht als etwas per se Negatives verstanden, sondern als Beziehungs- und Gestaltungsmacht, die konstruktiv genutzt werden kann – für mehr Teilhabe, Gerechtigkeit und Solidarität.
- Alternative Denk- und Handlungsoptionen entwickeln: Durch Perspektivwechsel und Fall- und Praxisbeispiele erarbeiten wir Strategien, die über rein reaktive Ansätze hinausgehen, und eröffnen neue Möglichkeitsräume.
Transfer in die Praxis
Ein besonderer Fokus liegt auf der Übertragung der theoretischen Inhalte in die konkrete Praxis der Bildungsarbeit. Wir setzen uns mit Konzepten wie Awareness, Allyship und Empowerment auseinander – inklusive ihrer Grundlagen, Potenziale und Grenzen.
Ziel ist es, in (Bildungs-)Veranstaltungen Räume zu schaffen, die von Rücksichtnahme, Verantwortung und Diskriminierungssensibilität geprägt sind. Multiplikator*innen sollen darin gestärkt werden, Machtverhältnisse nicht nur zu erkennen, sondern auch bewusst und transformativ mit ihnen umzugehen.

Dr. Christiane Wessels
Referentin für politische und kulturelle Bildung
Telefon: 06151 6690-187
christiane.wessels(at)ekhn.de