Toxische Ismen als Herausforderung für die politische Bildungsarbeit
Für Multiplikator*innen in der Bildungsarbeit stellt der Umgang mit toxischen Ismen wie Rassismus, Antisemitismus, Sexismus oder Klassismus eine zentrale und zunehmend dringliche Herausforderung dar. Vor dem Hintergrund wachsender gesellschaftlicher Spannungen, zunehmendem Populismus und dem Erstarken menschenfeindlicher Narrative hat dieses Themenfeld große Aktualität.
Zentrale Frage- und Problemstellungen sind:
- Begriffsklärungen: Was sind toxische Ismen? Welche unterschiedlichen Formen gibt es? Was ist ihnen gemeinsam?
- Historische Dimensionen: Es gibt historische Kontinuitäten von Diskriminierungen, die in den Blick genommen werden müssen. Sie haben ihre Wurzeln häufig im Kolonialismus, Faschismus und Nationalsozialismus und wirken bis heute verdeckt oder auch ganz offen weiter.
- Wirkung und Struktur von Vorurteilen und Diskriminierung: Wie entstehen und wie funktionieren Vorurteile und Diskriminierungen?
Welche Diskriminierungsebenen sind zu unterscheiden? - Konzepte zur Analyse zum Verständnis: Das Konzept der gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit versucht, die Abwertung aufgrund von bestimmten Gruppenzugehörigkeiten zu erklären. Diskriminierung ist ein komplexes Phänomen. Das Überschneiden und Zusammenwirken von verschiedenen Diskriminierungsformen beschreibt die Perspektive der Intersektionalität. Sie damit ist ein Analysewerkzeug für eine differenzierte Bildungsarbeit.
- Die Reflexion eigener Haltungen: Eigene Vorannahmen, die mitunter diskriminierende Elemente enthalten, fließen auch ein in Bildungshandeln. Diese Denkmuster gilt es immer wieder selbstkritisch zu reflektieren und soweit wie möglich zu verlernen. Eine zentrale Frage ist, wie Lernräume so gestaltet werden können, dass Offenheit und respektvoller Umgang miteinander gewährleistet sind.
Unsere Zielsetzung
Ziel unserer politischen Bildungsarbeit ist es, gemeinsam mit den Teilnehmer*innen, diskriminierende Muster auf unterschiedlichen Ebenen (gesellschaftlich, institutionell und individuell) offenzulegen und Handlungsperspektiven gegenüber diskriminierendem Verhalten zu erarbeiten.
Dazu arbeiten wir in unseren Veranstaltungen mit Expert*innen aus den Bereichen Anti-Diskriminierungsarbeit, Anti-Bias und Antirassismus und spezialisierten Institutionen wie z.B. der Bildungsstätte Anne Frank zusammen.

Dr. Christiane Wessels
Referentin für politische und kulturelle Bildung
Telefon: 06151 6690-187
christiane.wessels(at)ekhn.de