Schöpfungsspiritualität
Schöpfungszeit
Die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK) lädt seit dem Jahre 2010 alle Mitgliedskirchen dazu ein, eine Schöpfungszeit vom 1. September bis 4. Oktober eines jeden Jahres zu feiern, die durch einen Schöpfungstag am ersten Freitag im September eingeläutet wird. In dieser Zeit soll es um „Lobpreis des Schöpfers, Umkehr wegen des menschlichen Vergehens an der Schöpfung und das Einüben konkreter Schritte („Schule des Mit-Leidens“)“ gehen.
Die ACK Hessen-Rheinhessen, der die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau angehört, hat diese Empfehlung aufgegriffen und richtet seit 2011 in jährlich wechselnder Verantwortung ihrer Mitgliedskirchen und Bistümer einen Schöpfungstag aus. Ein ökumenischer Schöpfungstag kann eine Art „rite de passage“ sein, der spirituell/geistlich durch die schwierige Übergangsphase von einem ökologisch zerstörerischem zu einem ökologisch nachhaltigen und somit zukunftsfähigen Lebensstil führt, wie er in wichtigen Transformationsprozessen durch die EKD angestoßen wird. Mit der Einführung einer Schöpfungszeit und eines Tages der Schöpfung wird dem Glauben an Gott den Schöpfer ein besonderer Ausdruck verliehen, „bevor“ dann die christologischen Feste in den Vordergrund treten. Die Struktur des Glaubensbekenntnisses spiegelt sich darin wider. Der Schöpfungstag will und kann das Erntedankfest nicht ersetzen, dessen besonderer und lange gewachsener Charakter bewahrt wird.
Klimafasten
Klimafasten ist eine ökumenische Initiative von 24 evangelischen Landeskirchen und katholischen Bistümern sowie misereor und Brot für die Welt. In den knapp sieben Wochen vor Ostern zwischen Aschermittwoch und Ostersamstag besinnen wir uns der christlichen Tradition des Fastens und entdecken, wie hilfreich es ist, Gewohnheiten zu hinterfragen, achtsam mit uns und unserem Umfeld umzugehen und alltägliche Dinge anders zu machen.
Klimafasten ruft dazu auf, mit kleinen Schritten einen Anfang für mehr Klimagerechtigkeit zu setzen. Auf der Website www.klimafasten.de gibt es vielfältige Materialien und Infos zu den Wochenthemen – für die individuelle Teilnahme am Projekt sowie die Arbeit mit Gruppen in Kirchengemeinden, Kitas und Schulen und in Fastengruppen. Es gibt Broschüren, Poster und Postkarten, die bei den jeweiligen Kooperationspartnerinnen und -partnern bestellt werden können. Außerdem hält die Website theologische Impulse, Video- und Audioandachten, Literaturlisten, didaktische Anregungen und Banner sowie Vorlagen für Website und Social Media bereit. Ein wöchentlicher Newsletter gibt weitere Impulse und in der Veranstaltungsdatenbank finden sich alle Klimafasten-Events, seien es Workshops, Vorträge, Aktionen oder Gottesdienste.
Viele Kirchengemeinden sind schon lange im Klimaschutz unterwegs und es gibt viele Projekte, die zum Nachahmen einladen. Lass dich inspirieren und übernimm neue Verhaltensweisen in deinen Alltag. Wir erfinden das Rad nicht neu, sondern bringen es gemeinsam zum Rollen! Ganz nach dem Motto: „So viel du brauchst …“
Nachhaltig predigen
Die Bibel steckt voller Bezüge zu Nachhaltigkeit, Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung. Bei „Nachhaltig predigen“ arbeiten Menschen, die im Predigtdienst stehen, diese Bezugnahmen für die Predigtvorbereitungen an allen Sonn- und Feiertagen eines Kirchenjahres heraus – sowohl in der evangelischen Perikopenordnung wie in den katholischen Lesereihen. Außerdem werden interessante Einzelthemen aufgegriffen, die ausführlich beleuchtet werden – z.B. „Suffizienz“, „Bedrohte Freiheit“, „frei-fair-handeln“ oder aktuell „Gestalten – durch Sprache“.
„Nachhaltig predigen“ ist ein ökumenisches Projekt, an dem 29 Bistümer und Landeskirchen aus Deutschland und der Schweiz beteiligt sind und das von misereor und Brot für die Welt gefördert wird.
Daneben gibt es noch ein international ausgerichtetes Projekt „Sustainable Preaching“, das auf den Englisch sprachigen Raum zielt. Mithilfe einer Förderung durch ein Erasmus+ Programm der „Kleinen Partnerschaften in der Erwachsenenbildung“ in den Jahren 2022-24 wurde der Adressat*innenkreis erweitert nach Griechenland und Ungarn.
The ecumenical project “Sustainable Preaching” has the central goal of creating a »living network« for climate protection and care of creation. It relies on the inspiring power of encounters between church perspectives from East and West, young and older adults, women and men from different European countries.

Pfarrer Dr. Hubert Meisinger
Theologischer Referent für Umweltfragen
Telefon: 06151 6690-184
hubert.meisinger(at)ekhn.de

Dorothee Becker
Sachbearbeitung
Telefon: 06131 28744-36
dorothee.becker(at)ekhn.de
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