Biodiversität

Biodiversität ist eine der essentiellen Lebensgrundlagen des Menschen. Biodiversität umfasst die Vielfalt der Arten, die Vielfalt der Ökosysteme sowie die genetische Vielfalt innerhalb einer Art. Erst die riesige Biodiversität hat die Erde zu einem für den Menschen bewohnbaren Planeten gemacht. 

Biodiversität dient zentral der Ernährung, als Rohstoff, der Aufrechterhaltung von Ökosystemfunktionen, als Quelle für Medikamente, als Vorbild für technische Innovationen, der Erholung, der ästhetische Inspiration etc.. 

Trotz diverser internationaler politischer Anstrengungen findet weltweit weiterhin ein rasanter und gravierender Schwund der Biodiversität statt. Das fortschreitende und unumkehrbarer Aussterben von Tier- und Pflanzenarten bedroht sogar das langfristige Überleben der Menschheit. Klima-, Boden- und Biodiversitätskrise sind sehr eng miteinander verknüpft. 
Artenschwund ist jedoch nicht bloß ein Problem der Länder des Südens, sondern betrifft ebenso Europa. Die Biodiversität in den hiesigen verschiedenen Kulturlandschaften hat sich erst unter dem Einfluss jahrhundertelanger land- und forstwirtschaftlicher Bewirtschaftung entwickelt. Voraussetzung für ihre Erhaltung ist deshalb der gezielte Schutz wertvoller Ökosysteme und gefährdeter Arten sowie die Schaffung von Vernetzungsstrukturen in den verschiedenen Landschaften. 

Die Biodiversitätsverluste in den Agrarlandschaften waren über die vergangenen Jahrzehnte hinweg gravierend und haben sich in den letzten Jahren sogar noch beschleunigt. Die Bestandseinbrüche sind unübersehbare Warnzeichen für die negative Entwicklung der Lebensräume. Neben spezialisierten Arten sind inzwischen auch viele Populationen von früheren „Allerweltsarten“ stark rückläufig. 

Zum Biodiversitätsschwund in den Kulturlandschaften tragen u. a. Flächen-, Ressourcen- und Energieverbrauch, Flächenzerschneidung, Immissionen sowie geänderte Landnutzungsformen bei. Es findet eine Nivellierung der Lebensbedingungen in der Kulturlandschaft statt.

Diese Biodiversitätsverluste können nicht ohne gravierende Veränderungen der EU-Agrarpolitik gestoppt werden. Die Agrarförderung muss sich sehr viel stärker als bisher am Schutz von Gemeingütern und der Honorierung von positiven ökologischen Leistungen der Landwirtschaft orientieren. Landwirte können durchaus für Artenschutzmaßnahmen begeistert werden, wenn diese in ihr Betriebsgeschehen integriert werden und eine gute Fachberatung stattfindet. Die Wiederansiedlung von Feldhamstern, Feldlerchen, Rebhühnern, Wildbienen etc. kann gelingen, wenn entsprechende Strukturen dafür geschaffen werden.  

Das Aussterben von Arten ist nicht bloß im Kontext des „Ressourcenverlustes“ für den Menschen zu sehen. Die Arten verschwinden unwiederbringbar und hinterlassen Lücken in den großen Netzen des Lebens. Dies wirft harte ethische und theologische Fragen über die Grenzen der Umformung des Planeten Erde durch den Menschen auf. 
Was können wir konkret tun? Auf dieser Seite gibt es Tipps zum Schutz der Arten
 

Dr. Maren Heincke

Referentin für Stadt-, Land-, Quartiersentwicklung
Telefon: 06131 28744-47
maren.heincke(at)ekhn.de

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