Gemeinwohlorientierte Gebäudeentwicklung

Die Veränderungen in den Landeskirchen machen auch vor den kirchlichen Gebäuden nicht halt. Angesichts sinkender Mitgliederzahlen und finanzieller Ressourcen wird vielerorts bereits seit mehreren Jahren nach Perspektiven für kirchliche Gebäude gesucht. Was aus der Kirche, dem ehemaligen Gemeindezentrum, dem Pfarrhaus oder anderen kirchlichen Gebäuden künftig wird, ist auch eine Frage der gesellschaftlichen Verantwortung. Denn vor Ort werden möglicherweise Kommunikationsräume, Gebäude für Kitas und soziale Aufgaben oder bezahlbarer Wohnraum benötigt, für die kaum Flächen und nur zu spekulativen Preisen zur Verfügung stehen. Die künftige Nutzung der Gebäude hat darüber hinaus Einfluss auf Erscheinungsbild, Stimmung und Zusammenleben des Viertels. 

In der EKHN werden bis 2026 Gebäudebedarfs- und Entwicklungspläne (GBEP) erarbeitet, die Kirchengemeinden helfen, ihren Gebäudebestand zukunftsfähig zu strukturieren. In diesem Prozess werden Gebäude in Kategorien (A, B und C) eingeordnet – je nach Bedarf, Zustand und strategischer Bedeutung. Für die Weiterentwicklung oder Abgabe des Gebäudestandes stellt sich auch die Frage der Relevanz für das Dorf oder den Stadtteil. Bei den A-Gebäuden, die langfristig in kirchlichem Besitz bleiben sollen, sind es Themen eines einladenden Charakters, der Barrierefreiheit sowie der flexiblen oder gemeinsamen Nutzbarkeit mit anderen Akteuren vor Ort.

Bei den C-Gebäuden, deren Finanzierung nicht gesichert ist, geht es viel grundsätzlicher um die Perspektiven. Hier beantwortet eine Webseite der EKHN bereits viele formale Fragen. Darüber hinaus bieten die Umnutzung oder Veräußerung von C-Gebäuden die Chance, die Entwicklung vor Ort gezielt mitzugestalten. Es lohnt sich, frühzeitig mit Kommune und Diakonie, aber auch anderen Akteuren über Bedarfe und mögliche Perspektiven ins Gespräch zu kommen. 


Angebote des ZBG

Unter dem Titel „Kirche mittendrin“ bietet das ZGV Fachberatung, Workshops und Fortbildungen zur Gemeinwesenorientierung für Kirchenvorstände, Verkündigungsteams, Steuerungsgruppen, Dekanatskonferenzen, Dekanatssynode und andere Gruppen vor Ort. Dabei kann auch die Schnittstelle zwischen Gemeinwesenorientierung und Gebäudeentwicklung intensiver beleuchtet werden.

Zusätzlich unterstützen wir Ihren Nachbarschaftsraum gern bei dem sozialraumorientierten Blickwinkel auf Ihre C-Gebäude. Dies kann bei einem (digitalen) Ideenabend mit vielfältigen Beispielen beginnen. Vertiefend sind ein oder zwei Workshops vor Ort möglich, bei denen konkrete Bedarfe im Stadtteil oder Dorf erkundet und Ziele für die (Um-)Nutzung der Gebäude erarbeitet werden. Bei Interesse melden Sie sich gern bei unserem Referenten Stefan Heinig.

Im ZGV können auch sechs Roll-ups der Ausstellung „Heilige Orte. Neue Konzepte“ ausgeliehen werden, die Umnutzungen kirchlicher Gebäude für gemeinschaftliches Wohnen zeigen. Gern unterstützen wir sie auch bei begleitenden Veranstaltungen zum Thema.

Stefan Heinig

Referent für Gemeinwesenorientierung und Stadtentwicklung
Telefon: 06131 28744-33
stefan.heinig(at)ekhn.de



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