Integrierte ländliche Entwicklung

In den unterschiedlichen ländlichen Regionen Deutschlands finden zum Teil erhebliche demografische, soziale, ökonomische, ökologische und kulturelle Transformationsprozesse statt. 

In schrumpfenden Regionen steht der demografische Wandel und seine Folgen im Vordergrund. Die abnehmende Bevölkerungszahl, die Überalterung und der steigende Gebäudeleerstand führen zu einem Rückbau der Infrastruktur und sinkenden Leistungen der Daseinsvorsorge. Insbesondere die medizinische und pflegerische Versorgung ist in Zukunft oft nicht mehr in der herkömmlichen Form gesichert. 

In den suburbanisierten ländlichen Räumen bestehen hingegen völlig andere Herausforderungen. In den letzten Jahren erfolgte vielerorts ein starker Zuzug. Einerseits ist dies positiv für die kommunale Entwicklung und die Zukunftsfähigkeit der Dörfer und Kleinstädte. Andererseits sind Kommunen dadurch trotz klammen Kassen gezwungen, mehr erschlossene Wohngebiete sowie Kita- und Schulplätze bereit zu stellen. Themen wie der Erhalt der dörflichen Identität, die Einbeziehung der unterschiedlichsten Neubürger, Einschränkung des ungezügelten Flächenverbrauchs oder der Ausbau Erneuerbarer Energien werden oft kontrovers diskutiert. 

In allen ländlichen Regionen stehen zunehmend Fragen der Beheimatung, des sozialen Zusammenhalts, der Weiterentwicklung des Ehrenamtes und der Demokratiestärkung im Vordergrund. Zahlreiche Dorfentwicklungsprozesse zeigen, dass eine konstruktiv gestimmte, ehrenamtlich engagierte Dorfgemeinschaft stark zur Sicherung der Lebensqualität der Bewohner beitragen kann. 

Welche Rolle die evangelische Kirche im Rahmen der Dorf- und Regionalentwicklung einnehmen kann und will, ist sehr unterschiedlich. Mancherorts tragen evangelische Kirche sowie die Diakonie kommunale soziale Entwicklungsprozesse stark mit, z. B. bei der Integration von Flüchtlingen, in der Senioren- und Jugendarbeit oder als Mitglied von LEADER-Aktionsgruppen. Woanders beschränkt sich die evangelische Kirche auf ihr eigenes Gemeindeleben und bietet z. B. eher ein kleines Kulturprogramm an. 

Das ZBG befasst sich im umfassenden, ganzheitlichen Sinne mit ländlichen Veränderungsdynamiken in Kirche, Politik und Gesellschaft. Die Netzwerke sind divers. 

Die Themenpalette ist breit: nachhaltige Raumplanung, die Stärkung von Frauen auf dem Land, der Dorfwettbewerb Hessen „Unser Dorf hat Zukunft“, Demokratiestärkung, Weiterentwicklung von LEADER, Umgang mit kirchlichen Gebäuden, regionale Kultur, Flächenverbrauch, Windkraft und Freiflächen-PV-Anlagen, etc.. 

Das ZBG vertritt die Evangelische Kirche Deutschland sowie die Deutsche Bischofkonferenz 2023-2027 im Begleitausschuss zum Nationalen GAP-Strategieplan. In Hessen und Rheinland-Pfalz ist das ZBG in den beiden ELER-Begleitausschüssen seit vielen Jahren Mitglied. Ein Teil dieser agrarpolitischen Arbeit befasst sich mit Förderpolitik für ländlicher Entwicklung. 

 

Dr. Maren Heincke

Referentin für Stadt-, Land-, Quartiersentwicklung
Telefon: 06131 28744-47
maren.heincke(at)ekhn.de

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