Finanzbildung und ethisch-nachhaltige Geldanlagen

Eine gute Finanzbildung gehört zu den wichtigsten Grundlagen in unserer Gesellschaft. Das gilt gleichermaßen für den ganz persönlichen Bereich sowie für das Verständnis vieler gesellschaftlicher Fragestellungen: Nur wer seine eigene finanzielle Situation im Blick und im Griff hat, kann ein finanziell selbständiges und unabhängiges Leben führen, vermeidet persönliche Überschuldung und baut Rentenlücken und Altersarmut vor. Und nur wer ein Grundverständnis von öffentlichen Finanzen hat, kann sich an den vielen Debatten über Steuern, Sozialversicherungssysteme, Umverteilung, Verschuldung und Inflation beteiligen. Finanzbildung ist ein wichtiger Baustein gelebter Demokratie.

Im Referat Wirtschaft, Arbeit, Soziales nehmen die Themen der Finanzbildung daher einen besonderen Schwerpunkt ein. In verschiedenen Veranstaltungsformaten diskutieren wir auf der einen Seite gesamtgesellschaftlich aktuelle Fragestellungen in diesem Bereich, auf der anderen Seite informieren wir aber auch über ganz konkrete Wege zur eigenen finanziellen Absicherung. Insbesondere gibt es Formate speziell für Frauen, die auch im 21. Jahrhundert finanziell durchschnittlich immer noch deutlich schlechter aufgestellt sind als Männer.

Im Zuge der erstarkenden Nachhaltigkeitsbewegung in- und außerhalb der Kirchen gerät zudem ein Feld vermehrt in den Blick, das lange Zeit außerhalb der Wahrnehmung lag: Die Finanzwirtschaft und die dort herrschende Investmentkultur. Wie, wo und wofür (eigenes) Geld eingesetzt wird, sollte sowohl für die Institution Kirche als auch für einzelne Gemeinden und jeden Christenmenschen nicht gleichgültig sein. Geldanlagen können produktiv und segensreich sein, aber auch auf vielfältige Weise negative Effekte mit sich bringen ˗ sie sind folglich ethisch nicht neutral. Daher rückt seit einigen Jahren in der kirchlichen Investmentkultur die sogenannte „ethisch-nachhaltige Geldanlage“ in den Fokus, die neben finanziellen Gesichtspunkten zugleich ethische, soziale und ökologische Folgewirkungen mit berücksichtigt, also einem umfassenden Nachhaltigkeitsbegriff folgt.

Kriterien für die ethisch-nachhaltige Geldanlage aus evangelischer Sicht sind im Leitfaden für ethisch-nachhaltige Geldanlage konkretisiert. Die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) fühlt sich mit der Anlagepolitik für ihre Rücklagen, Stiftungen und dem Treuhandvermögen der Gemeinden an diese Kriterien gebunden.

 

Dr. Jennifer Achten-Gozdowski

Referentin für Wirtschaft, Arbeit und Soziales
Telefon: 06131 28744-44
jennifer.achten-gozdowski(at)ekhn.de

 

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