Nachhaltigkeitsstrategie der EKHN
Die Nachhaltigkeitsstrategie der EKHN, die von der Frühjahrssynode 2025 verabschiedet wurde und jetzt in einer leicht revidierten Fassung vorliegt, mit der Anliegen der Synode aufgegriffen wurden, ist Ausdruck einer zukunftsfähigen Kirche, die Verantwortung für Menschen, Umwelt und Gesellschaft übernimmt. Sie zeigt auf, wie Nachhaltigkeit als gelebte Praxis auf allen Ebenen unserer Kirche bereits ausgeübt wird, weiter gefördert und systematisch verankert werden kann – von Klimaschutz zu sozialer Gerechtigkeit über finanzielle Stabilität bis hin zur Theologie. Kirchliches Handeln für Nachhaltigkeit gründet in einem christlichen Glauben, der die Erde und alles Lebendige auf ihr als Schöpfung Gottes betrachtet und dies mit der Aufgabe verbindet, Geschaffenes nicht zu zerstören, sondern zu erhalten und das Wohl aller Menschen und alles Lebendigen zu fördern und zukünftigen Generationen eine lebenswerte Umwelt zu hinterlassen. Dies schließt die Aufgabe ein, eine gerechte Verteilung von Lasten, Ressourcen und Chancen zu fördern. Damit gehört Nachhaltigkeit zum Wesen unserer Kirche. Sie ist tief in unserem Selbstverständnis verwurzelt und Bestandteil dessen, was uns als Evangelische Kirche in Hessen und Nassau wichtig ist: Gerechtigkeit, Frieden und die Bewahrung der Schöpfung.
In ihrer Nachhaltigkeitsstrategie hat die EKHN sieben Entwicklungsbereiche identifiziert, die die zukünftige Kirchenentwicklung leiten, da sie eng mit den strategischen Zielen des ekhn2030-Prozesses verbunden sind:
Im Bereich Umwelt und Klimaschutz sollen bestehende Maßnahmen ausgebaut, Biodiversität stärker geschützt sowie Suffizienz und Klimaanpassung gefördert werden, um die Schöpfung zu bewahren, die Widerstandsfähigkeit der EKHN gegenüber Klimafolgen zu erhöhen und letztlich Klimaneutralität zu erreichen.
Die Nachbarschaftsräume bieten Chancen, soziale, ökologische und ökonomische Nachhaltigkeit vor Ort zu verankern, neue Mobilitäts- und Beteiligungsformen zu schaffen und in der Verbindung von Theologie und Kultur mit nachhaltigem Handeln Zugang zu nachhaltiger Transformation zu schaffen und zu nutzen.
Die Mitgliederentwicklung und finanzielle Stabilität hängen eng zusammen, um sowohl die wirtschaftliche als auch die gesellschaftliche Zukunftsfähigkeit der EKHN zu sichern: sinkende Mitgliederzahlen erfordern neue Beteiligungsmodelle, innovative Finanzierungswege und eine nachhaltige Haushaltsführung. Eine stärkere Identifikation mit der EKHN, attraktive Beteiligungsformate und eine gezielte Kommunikation können dazu beitragen, den Trend der negativen Mitgliederentwicklung zu verlangsamen und ihm langfristig entgegenzuwirken.
Parallel dazu gilt es, das Ehrenamt als Rückgrat der EKHN weiter zu stärken, Anerkennung und Qualifizierung bedarfsgerecht und die Selbstwirksamkeit stärkend auszubauen und flexible, niedrigschwellige Engagementformen anzubieten, um Vielfalt und Motivation zu fördern und eine Kultur der Anerkennung zu vertiefen.
Die Verbindung von kirchlicher Praxis und Nachhaltigkeit soll vertieft werden, indem theologische Grundlagen wie die „Bewahrung der Schöpfung“ mit Bildungsarbeit und gesellschaftlicher Verantwortung verknüpft werden. Nachhaltige Werte und Konzepte können so über Mitglieder, den schulischen Religionsunterricht und die Kindertagesstätten in die Breite der Gesellschaft getragen werden und ein umfassendes Bewusstsein für Nachhaltigkeit fördern.
Um diese Aktivitäten sichtbar zu machen, braucht es eine klare Kommunikationsstrategie, die nachhaltiges Handeln nach innen und außen glaubwürdig darstellt und Kooperationen stärkt. Eine abgestimmte Nachhaltigkeitskommunikation kann die bestehenden dezentralen Strukturen gezielt unterstützen, Synergien schaffen und eine klare, kohärente Darstellung nachhaltigen Handelns in der EKHN ermöglichen. Dabei wird Nachhaltigkeitskommunikation als strategisches Instrument genutzt, um Bewusstsein zu schaffen und Engagement zu fördern.
Schließlich soll ein kollaboratives Nachhaltigkeitsmanagement etabliert werden, das auf ein systematisches Zusammenwirken bestehender und neuer Strukturen aufsetzt. Mit klaren Zuständigkeiten, definierten Prozessen und Abstimmungsformaten zwischen relevanten Akteur*innen kann es gelingen, eine nachhaltige Entwicklung in allen Bereichen der EKHN gezielt voranzutreiben, Nachhaltigkeit als Querschnittsaufgabe zu verankern und Synergien zwischen allen beteiligten Ebenen zu nutzen. Fortschritte können messbar gemacht werden, und ein neu zu schaffendes „Netzwerk Nachhaltigkeit“, das auf einem bereits angedachten „Netzwerk Klima“ aufbauen kann, bringt Impulse aus den lokalen Kontexten in übergeordnete Entscheidungsprozesse ein.
An diesen sieben Entwicklungsbereichen wird weitergearbeitet, damit auf der Frühjahrssynode 2027 konkrete Maßnahmen, Indikatoren und Ziele in den einzelnen Entwicklungsbereichen zur Diskussion gestellt werden können.
Insgesamt will die EKHN so ökologische, soziale, ökonomische und kulturell-theologische Nachhaltigkeit systematisch in ihre Strukturen integrieren, Verantwortung übernehmen und ihre Rolle als kirchliche Akteurin in der Gesellschaft zukunftsfähig gestalten.

Pfarrer Dr. Hubert Meisinger
Theologischer Referent für Umweltfragen
Telefon: 06151 6690-184
hubert.meisinger(at)ekhn.de

Dorothee Becker
Sachbearbeitung
Telefon: 06131 28744-36
dorothee.becker(at)ekhn.de
Weiterführende Links
- Nachhaltigkeitsstrategie der EKHN (PDF)
- Maßnahmen für Klimaschutz und eine Nachhaltigkeitsstrategie beschlossen